| Allgemein |
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Hochbegabung bezeichnet in der Psychologie ein deutlich über dem Durchschnitt liegendes Maß an intellektueller
Begabung. Als hochbegabt gelten alle Menschen, die in einem Intelligenztest einen IQ erreichen, der nur von 2 % der Bevölkerung erreicht wird. Intelligenztests sind
meist so geeicht, dass dies entweder einem Wert von 130, 132 oder 145 entspricht. Von dieser Definition zu unterscheiden ist eine umgangssprachliche Verwendung des Begriffs, bei der auch Personen, die in einem Bereich hohe Leistungen erzielen, als hochbegabt bezeichnet werden (z.B. Musiker). Das schließt zwar nicht aus, dass sie auch hochintelligent sind. Für solche Leistungen ist jedoch zusätzlich oder alternativ langjährige Übung und viel Wissen erforderlich. Damit verbunden ist die Frage, welche Facetten von Intelligenz in das Maß der intellektuellen Begabung einfließen (Intelligenztests sind zum Beispiel in der Regel schriftlich). Hochbegabung als Begriff ist, wie auch Intelligenz, ein hypothetisches Konstrukt, deswegen hängen die Definitionen von der jeweiligen theoretischen Bezugsbasis ab. In einem weiten Begriffsverständnis lässt sich Begabung als personale (kognitive, motivationale) und soziokulturelle Lern- und Leistungsvoraussetzung definieren, wobei die Begabungsentwicklung als Interaktion personen-interner Anlagefaktoren und externer Sozialisationsfaktoren zu verstehen ist. Die Definition des Phänomens Hochbegabung ist stark werte-, norm- und konventionsgebunden; sie wird daher nicht nur von der Gesellschaft geprägt, sondern von dieser auch instrumentalisiert. |
| Hochbegabte Kinder |
Es wird behauptet, Hochbegabung bei Kindern zeige sich schon im Kleinkindalter durch die Ausprägung bestimmter
Fähigkeiten, die auf überdurchschnittliche Intelligenz hindeuten. Häufig wären dies eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften:
Indikatoren, die auf die kognitive Leistungsfähigkeit abzielen, mögen noch sinnvoll sein. Das
frühe Lesen mag früher für Hochbegabung kennzeichnend gewesen sein, kann heute jedoch nicht mehr als indikative Eigenschaft herangezogen werden, da auch viele nicht-hochbegabte
Vorschulkinder (bedingt durch die vielfältige Konfrontation mit geschriebener Sprache in unserer Kultur) auch schon früh lesen können. Für das immer wieder behauptete „geringe
Schlafbedürfnis“ (diese Aussage findet sich auch häufig in den sog. Checklisten zur Identifikation hochbegabter Kinder wieder, wie sie in vielen Ratgebern abgedruckt sind) liegt
allerdings kein ernstzunehmender empirischer Beleg vor. |
| Hochbegabte Erwachsene |
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Hochbegabte Erwachsene finden in den Vereinen wie z.B. Mensa
Gleichgesinnte, wenn sie zu den zwei Prozent der Begabtesten eines Landes gehören. In Deutschland umfasst diese Zielgruppe also gut 1,6 Millionen Menschen. Hochbegabung ist für manche Betroffene nicht angenehm. Folgende Behauptungen finden sich in der sog. Ratgeberliteratur: Hochbegabte könnten sich nicht immer verständlich ausdrücken, so dass andere Menschen ihren häufig auf Assoziation und Alliteration beruhenden Gedankensprüngen kaum folgen könnten. Aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit erzeugten sie Konfliktsituationen (Konkurrenzdruck), die sie selbst häufig erst spät wahrnehmen. Das Chaos fänden sie in der Regel interessanter als die Ordnung, oder sie entwickelten spontan ganze Ordnungssysteme. Ihre Fantasie mache sie zuweilen anfälliger für Ängste; einem äußeren Erwartungsdruck stünde innerer Selbstzweifel gegenüber. Es könne auch ein ausgeprägteres Gerechtigkeitsgefühl vorzufinden sein, das sie verschieden ausgestalteten; Wertesysteme stellten sie in Frage. Einige Autoren behaupten Korrelationen dieser Art. Auch wenn entsprechende Einzelschicksale immer zu finden sind: Seriöse empirische Studien konnten diese Eigenschaften als angebliche Besonderheiten Hochbegabter nicht bestätigen. |

